Ein Muttermilchbeutel ist ein spezieller Beutel zum Sammeln und Einfrieren abgepumpter Muttermilch. Laut Nationaler Stillkommission spart er Platz im Tiefkühlschrank und besteht meist aus Polypropylen. Haushaltsübliche Eis- oder Tiefkühlbeutel sind nicht geeignet, weil sie nicht vorsterilisiert sind. Beschriften Sie jeden Beutel mit dem Gewinnungsdatum.
Was zeichnet einen Muttermilchbeutel aus?
Die Stillkommission fordert Beutel, die stabil und gut verschlossen sind und in einem vor mechanischer Beschädigung geschützten Bereich lagern. Das Netzwerk Gesund ins Leben weist darauf hin, dass sich Beutel nur einmal verwenden lassen und danach in den Müll gehören. Das Gewinnungsdatum gehört wischfest auf jeden Beutel, für die Kita ergänzen Sie den Namen des Kindes.
Wie füllen und lagern Sie Muttermilchbeutel?
Füllen Sie mahlzeitgerechte Portionen ab. Als Spanne nennen CDC und das Lindenhofspital Bern 60 bis 120 Milliliter. Lassen Sie 2 bis 3 Zentimeter Luftraum, weil sich Milch beim Einfrieren ausdehnt. Im Tiefkühler bei −18 °C oder kälter hält sich die Milch laut BfR bis zu 6 Monate, im Gefrierfach des Kühlschranks bei etwa −15 °C bis zu 2 Wochen. Diese Fristen gelten für gesunde, termingeborene Babys bei häuslicher Lagerung.
Praxisbeispiel: Eine Mutter füllt 100 Milliliter in einen Beutel, lässt 2 bis 3 Zentimeter Platz, schreibt das Datum auf und friert den Beutel bei −18 °C ein. Frisch abgepumpte Milch kühlt sie vor dem Zugeben zu bereits gekühlter Milch ab.
Praxis-Hinweis
Tauen Sie Beutel nicht in der Mikrowelle auf und frieren Sie aufgetaute Milch nie wieder ein. Beides nennen BfR und CDC als Regel. Wärmen Sie die Milch höchstens auf 37 °C.
Was bedeutet der Muttermilchbeutel für die Wahl des Zubehörs?
Beutel sparen Platz, Flaschen lassen sich dagegen mehrfach nutzen. Pumpen Sie die Milch laut Stillkommission möglichst direkt in das Gefäß, in dem Sie sie aufbewahren, weil beim Umschütten Keime hineingelangen können. Eine Übersicht mit Herstellerangaben finden Sie unter Muttermilchbeutel im Vergleich. Die Fristen im Einzelnen erklärt der Eintrag Lagerung im Gefrierschrank, passende Behälter beschreibt der Eintrag Auffangflasche.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Beratung durch Hebamme, Stillberatung (IBCLC) oder Ärztin. Bei Fieber, Rötung, starken Schmerzen oder Sorgen um die Gewichtsentwicklung Ihres Kindes holen Sie bitte fachliche Hilfe.
Quellen
- Nationale Stillkommission: Gewinnung, Aufbewahrung und Umgang mit abgepumpter Muttermilch für das gesunde, eigene Kind zu Hause (Stellungnahme vom 15.03.2024)
- Netzwerk Gesund ins Leben: Muttermilch abpumpen, aufbewahren und füttern (Stand 26.01.2026)
- BfR und Nationale Stillkommission: Meine Muttermilch für mein Kind (Informationsblatt)


